Wer "kümmert" sich um Sie und nimmt Sie und Ihre Probleme an und ernst?

H.U.N.D.-ABC, Steuer-Nr. 123/5141/1668, 
Aufsichtsbehörde Stadt Oberhausen, Bereich Ordnung, Veterinärwesen, 

46042 Oberhausen

 


"Start in's neue Leben" - initiiert Perdita Lübbe - Scheuermann, Inhaberin Hunde-Akademie und Autorin/Mitherausgeberin verschiedener Fachlektüre
"Start in's neue Leben" - initiiert Perdita Lübbe - Scheuermann, Inhaberin Hunde-Akademie und Autorin/Mitherausgeberin verschiedener Fachlektüre
auszugsweise durchgearbeitete Literatur
auszugsweise durchgearbeitete Literatur
auszugsweise besuchte Fortbildung und Seminare
auszugsweise besuchte Fortbildung und Seminare

Claudia Verlande, Jahrgang 63, durfte mit 4beinigen Begleitern aufwachsen: 

 

Immer habe ich interessiert und genau hingesehen. So wollte ich doch verstehen, was die Hunde da in ihrer Sprache kommunizieren. Dieses Wissen habe ich durch Literatur und regelmäßige Fortbildungs-Seminare vertieft. 


Ich wünsche Ihnen und Ihrem Vierbeiner alles Glück dieser Welt! - mit - und ohne mich.


Claudia Verlande

AXEL: Deutscher Jagdhund.
AXEL: Deutscher Jagdhund.

Axel wurde jagdlich ausgebildet. Sein Halter, unser Nachbar, ging im Westerwald zur Jagd. Den ersten Umgang mit Hunden, habe ich diesen Nachbarn zu verdanken. Wann immer es möglich war, hörte und sah ich gespannt zu. Axel wurde keine 2 Jahre alt. Er verstarb an aufgenommenem Rattengift. Das gab es auch schon in den Siebzigern.

FLOCKI, Spitzmischling
FLOCKI, Spitzmischling

Entgegen dem Schäferhund (Wunsch meines Vaters) oder dem kinderlieben Boxer (Wunsch meiner Mutter) kamen wir nicht zum Hund, sondern der Hund zu uns. Ich sah aus dem Fenster und beobachtete, wie auf dem Bürgersteig vis a vis sich ein kleiner Hund zusammenrollte. Da musste ich natürlich schauen. Ich ging hinaus und traf auf einen völlig erschöpften, abgemagerten Hund. Mit meiner Mutter und einer Lage Rauchfleisch aus dem Kühlschrank, konnten wir den kleinen Mann schnell überreden, mit uns hinein zu kommen. Um seinen Hals war ein Tau so fest gebunden, dass kein Finger dazwischen passte. Kurz nach dem Knoten war das Tau abgerissen. Offensichtlich war er angebunden und hatte sich losgerissen. Der Tierarzt schätzte ihn auf 6-8 Monate. Er stellte einen Hundepass aus, impfte, gab eine Wurmkur. Wir meldeten den Fund bei der Behörde und dem Tierheim. 4 Wochen musste ich warten. Dann gehörte Flocki uns. Auf eine Announce und Zettel beim Tierarzt hatte sich niemand gemeldet. Das war der Anfang von 16 Jahren leben mit und bei uns.

CHERRY, Eurasier
CHERRY, Eurasier

Cherry trat in mein Leben, als ich bereits eine eigene Wohnung hatte und vollzeit berufstätig war.

Ein Freund hatte ihn aus falsch verstandenem Mitleid aus dem Tierheim geholt. Selbst voll berufstätig, hatte er überhaupt keine Zeit, sich um einen Hund zu kümmern. Es brauchte nur kurzes Zureden und Cherry zog bei meiner Mutter = Pflegestelle ein und ich kümmerte und versorgte ihn nach Büroschluss. Nach knapp 6 Monaten, kam Cherry dann in seine endgültige Familie.

LAICA, Labrador-Greyhound-Mix
LAICA, Labrador-Greyhound-Mix

Laica kam als todkranker Welpe zu uns. Von "Vermehrern" und Welpenhandel wusste ich damals noch nichts. Aber dann! Dass kleine Welpenleben hing am seidenen Faden. In einem Babytragetuch hatte ich die kleine Laica 4 Wochen immer an meinem Herzen, bis sie tatsächlich über den Berg war. Ab da, konnte nichts mehr zwischen uns kommen. Ihr ganz besonderes Merkmal: 1 Labrador-Ohr und das andere ein Rosenkopf-Ohr des Greyhounds. Laica wurde 12 Jahre.

TASHA, Labrador (Fascenating Fahra Dibah van der Weeward)
TASHA, Labrador (Fascenating Fahra Dibah van der Weeward)

Als Patchwork-Family kam Tasha zu uns. Ab der 3. Woche besuchten wir sie regelmäßig, nachdem wir uns von einer guten Zucht überzeugt hatten. Die Welpen lebten mit der Mutterhündin bei der Familie mit kleinem Kind mit im Haus. Ein ca. 12 qm großer Raum mit einer geräumigen Wurfkiste stand extra für Mama nebst ihren 6 Welpen zur Verfügung. Ab der 4. Woche durfte die Familie den hundesicheren Garten erkunden. Und nicht nur die Mama lebte mit den Welpen. Auch Oma, Uroma und 3 Tanten kümmerten sich mit um die Welpen. Den Vater hatte man nach züchterischen Bedingungen ausgewählt. Er passte von seiner Persönlichkeit perfekt zur Mutter, war ein sicherer, souveräner Rüde, frei von jeder Agression und ebenso gesundheitlich frei von HD und ED sowie der genetisch vererbbaren Augenerkrankung. Ein nordischer, blonder Rüde, aus der "Familien-Linie", kompakt, nicht hochbeinig - eher quadratisch. Tasha hat seinen Kopf und das sanfte Wesen ihrer Mutter geerbt. Als wir sie mit 8 Wochen in unseren Haushalt holten, war sie Autofahren bereits gewöhnt, kannte viele Umweltreize, sprich von Haus aus bereits gut sozialisiert, was heißt, mit vielen Dingen des täglichen Lebens bereits vertraut. Aufgenommen und gewöhnt, in der Zeit, wo der Welpe noch angstfrei ist und neugierig seine Welt entdeckt, immer begleitet von einer zufriedenen, freundlichen Mama, ihren 5 Geschwistern und dem weiteren Rudel. Auch andersrassige Hunde waren bereits vertraut. So kam die kleine pechschwarze Perle und eroberte die Herzen im Sturm. Bis auf Laicas ... Die fand es offensichtlich gar nicht toll, als sie bemerkte, dass der kleine Quälgeist tatsächlich auf Dauer blieb.

Nach 3 Tagen hat sie dann "kooperiert": ein Satter Schnauzgriff - die Fronten waren geklärt. Dann konnte Tasha mit ihr machen was sie wollte. Laica war ganz Ersatz-Mama.

Die hervorragende - bereits pränatale Prägung und Sozialisation - vor allem in der sog. "Sensiblen Phase", machte sich von Anbeginn bemerkbar. Tasha wuchs zu einem hochintelligenten, völlig agressionsfreien rassetypischen Labrador heran. Sie war Besuchs- und Begleithund; für Mensch und Tier Bereicherung. Mit 10 Jahren ging Tasha "in Rente". 

F I N - - - - - - - - - - L A I C A

FIN, Galgo-Espagnol (FINal Fantasy)
FIN, Galgo-Espagnol (FINal Fantasy)

Geboren wurde Fin an einer Müllkippe in der Nähe von Madrid. Tierschützer beobachteten die hochträchtige Hündin mit ihrem Gefährten. Fangen ließen sie sich nicht. So wurden 8 Welpen geboren. Am 3. Tag fanden die Tierschützer Zugang zu der erschöpften Hündin mit ihren Welpen. Sie kamen zu der Tierschutz-Organisation AANA MADRID. Trotz großer Bemühungen, konnte der Vater nicht gesichert werden. Er suchte das Weite. Mutter und Welpen kamen in eine Pflegefamilie und wurden dort liebevoll aufgezogen. Ein Tierheim blieb der Familie erspart. Mit 8 Wochen durften die Welpen mit ihrer Mutter nach Deutschland ausreisen (altes Gesetz). Fin hieß da noch Luisito - und war beim Verteilen auf die Deutschen Tierschutz-Orgas - einfach "übrig". Die Plätze von Far From Fear waren alle belegt, kurzentschlossen nahm Dirk ihn mit auf seine PODENCOROSA. Auf einen Welpen nicht eingerichtet, musste der kleine Luisito am nächsten Morgen gleich mit auf eine Messe. Entweder hat ihn das maßgeblich geprägt ... oder es war genau das richtige und konnte gar nichts besseres passieren ... . Der kleine Luisito genoss seinen Auftritt in der großen Öffentlichkeit. Er brachte Herzen zum Schmelzen und spielte zwischendurch den Clown, um sich dann wieder in Dirks Armen bei einem Nickerchen zu erholen. Am nächsten Tag war es dann aus mit Messe. Klein Luisito fand's schade, aber Pflegestelle Christiane erwartete ihn. Im Nu hatte er dort Bett, Sessel und Couch erobert und sich völlig unproblematisch in die bestehende Hundegruppe integriert. Christiane machte sein Inserat fertig und stellte sich auf eine lange Zeit mit Luisito ein. Groß(werdend)er schwarzer Hund = schwer vermittelbar. Gibt es "Zufälle", Schicksal? Den besonderen Moment? 


Ich bekam für Laica die Diagnose Krebs. Unter dem Schmerz, was in der Zukunft geschehen würde, sorgte ich mich auch um Tasha. Was würde sie ohne Laica machen? Wie würde sie damit zu recht kommen. Bis dato immer ein Leben mit zumindest einem Artgenossen. Es war die Zeit, als ich viel über die Einzelhaltung von Hunden nachdachte.Gerade der Hund als Rudeltier wird in der Regel einzeln gehalten ... Kann das richtig sein? Handele ich nicht wider seiner Art, wenn ich ihm ein Leben lang einen Artgenossen entziehe? Bei Papageien, Meerschweinchen u.a. weiß man bereits, dass aus Tierschutzgründen die Einzelhaltung abzulehnen ist, da die Tiere extrem leiden. Der Hund leidet nicht? Um es an dieser Stelle abzukürzen: DOCH - ER LEIDET. So tat ich was zu tun ist, damit Tasha nicht ohne Artgenossen ist schaute ich mir Inserate an. Und dieses von Christiane viel mir sofort ins Auge. Das Bild des Inserates zeigte die kleine Laica - wie aus dem Gesicht geschnitten. Zufälle - gibt es nicht. Schicksal - gibt es. Und das war ein Zeichen. Am nächsten Tag saßen wir im Auto und fuhren nach Osnabrück, um uns den kleinen Windhund "mal anzuschauen". Da hatten wir die Rechnung ohne Luisito gemacht. Er witterte seine große Chance - kletterte dem fremden Mann auf den Schoß, schob sein Köpfchen in seine Halsbeuge, grunzte aus tiefster Seele, fuhr mit seinem Schnäuzchen den Hals entlang - und schloß zufrieden, glücklich seine Äugelchen. Der Mann - MEIN Mann schaute ... - verklärt - und ich wusste, das geht nun ganz ohne Diskussion. "Nur gucken"? Nein, das brachte er nicht übers Herz. Das hatte der kleine Luisito in diesem Augenblick geklaut - bis heute. Nur das aus Luisito FIN wurde, oder Finni, oder Pannekopp - oder Drecksack, oder - oder - oder ...

Galgos sind dumm? Galgos können nur blöd glotzen? Galgos können nur rennen - hetzen - mobben? Der landläufigen Meinung widersprechend kann Fin weit mehr als das! Er aportiert wie der beste Labrador, hebt mir als Behindertenbegleithund sämtlich auf den Boden gefallenes auf und manchmal auch, ohne dass es gefallen ist. Er gibt mir die Gegenstände oder, wenn ich sage "bring es Herrchen" genau dort hin. Fin kennt sein Spielzeug wie ein Australien Shepherd und trailed jede Nahrung, auch wenn sie noch so gut versteckt ist. Grundgehorsam kann er wie ein Schäferhund, wenn er möchte und für Leckerchen lernt er Klamotten, die so mancher Pudel nicht drauf hat!


Vielleicht sind mir genau deswegen PAUSCHALEN, grobe Verallgemeinerungen ein solches Greuel. Das schlägt sich zumindest auf meine Arbeit und Lebenseinstellung nieder. Ich sehe die Dinge individuell und immer bezogen auf die Ist-Situation. Aus diesem Grunde biete ich keine Gruppenkurse an. Was für das eine Team gut ist, muss auf das andere überhaupt nicht passen. Anderer Mensch, anderer Hund; anderes Training. Es gibt viele Wege zum Erfolg.

Marie aus Belgien, Pinscher-Mix
Marie aus Belgien, Pinscher-Mix

Marie übernahmen wir als Pflegestelle. Sie wurde aus einer Belgischen Tötungsstation 1 Tag vor Euthanasie-Termin aus dem Tierheim freigekauft und nach Deutschland gebracht. Dort nahmen wir den kleinen Pinscher-Mix auf und konnten ihn schon nach kurzer Zeit in ein festes Zuhause vermitteln.

PEBBLES, Herdenschutz-/Hütehundmix
PEBBLES, Herdenschutz-/Hütehundmix

Mit Laicas Tod war mein Schmerz unbeschreiblich. Es riss eine unbeschreibliche Lücke in mein Leben. Ein Jahr begleitete mich diese wunderbare Hundegruppe. Unglaublich viel haben sie mich gelehrt. Unermüdlich kann ich zuschauen und beobachten, wie sie miteinander umgehen, kommunizieren. Faszinierend zu sehen, welch stabile soziale Struktur sich in der doch willkürlich zusammengefundenen Hundegruppe entwickelt hat.

Und so kam Pebbles - und mit Pebbles die Erkenntnis, dass nicht jede Tierschutz-Orga auch eine Tierschutz-Orga ist; dass es ganz viel TierschMutz gibt. Dass es oftmals ein riesengroßes Geschäft ist, was unter dem Deckmäntelchen "Tierschutz" abgewickelt wird. Dass viele Spenden überhaupt nicht dafür verwendet werden, was dort rührseelig und verpackt in dramatische Geschichten dem Leser "untergejubelt" wird. Wieviel Spendengelder in eigene Taschen wandern, ist nur zu erahnen. Der Sumpf ist groß und stickig. 

Den "Tierschutz"-Vertrag für Pebbles unterschrieb ich nicht. Nicht nur die 7% Mehrwertsteuer auf die "Schutzgebühr" störte mich, sondern eine Fülle von Klauseln, die ich begann zu hinterfragen. Streit vorprogrammiert. Trotz positiver Vorkontrolle, wollte man mir den Welpen dann wieder weg nehmen, weil ich diesen Vertragskonstrukt nicht unterschrieb, der zwar Mehrwertsteuer auswies aber nicht das Eigentum am Hund übertrug. Ein Leben lang von profanen Tierschutz-Freizeit-Idealisten abhängig sein, ist nicht mein Ding. Von solchen Menschen, die Welpen fast tot-sedieren, damit sie den Flug in der Box im Gepäckraum überstehen. Obwohl wohlgemerkt dieser Welpe im Fluggastraum befördert werden durfte. Ganz hört es aber auf, wenn bei einem tollwutgeimpftem Welpen kein Titter nachgewiesen werden kann und der Welpe gar keine 12 Wochen sondern höchstens 8 Wochen alt ist.


Pebbles interessierte das wenig. Sie kam, sah und siegte. Fin war von jetzt auf gleich Pappa.

Dass Pebbles die ersten Wochen ihres Lebens ohne Menschen verbracht hatte, machte sich sehr schnell bemerkbar. Streicheln musste nicht sein und knubbeln, in oder auf den Arm nehmen ging gar nicht. So schnell sie konnte, entzog sie sich und verpieselte sich dann lieber in eine hinterste, menschenunzugängliche Ecke. Ihren Charakter hat Pebbles vom Herdenschutzhund: jederzeit im Job sein, eigenständig denken und entscheiden, menschliche Ansagen auf Tauglichkeit prüfen, hinterfragend. Leider fehlt ihr die dazu gehörende Sicherheit und Souveränität. 

Pebbles kann dem interessierten Hundeliebhaber so unglaublich viel beibringen. Sie hat ein Repertoire an Kommunikation, was beispiellos ist; wird deswegen aber auch häufig missverstanden.

Menschliche Fehler werden sofort quittiert, und es gibt halt diese, die ihre Fehler nicht zugeben wollen.

CHESTER, Galgo-Greyhound-Podenco-Mix
CHESTER, Galgo-Greyhound-Podenco-Mix

Chester kam gut 1 1/2 Jahre später dazu. Ein traumatisierter Hund eines verantwortungslosen spanischen Jägers (Galguero). 3 Jahre in einem Bretterverschlag gehalten. In der Dämmerung raus zum Jagen. Verletzt und für den gewollten Nutzen unbrauchbar, gab dieser Galguero gleich 8 seiner Tiere im spanischen Tierheim (Perrera) ab, wo sie nach 21 Tagen, adoptiert sie niemand, getötet werden. Medizinische Versorgung gibt es nicht; lohnt ja nicht 'Sarkasmus aus'.

Die Tierschützerin Ulrike Feifar, damals noch Vorsitzende des Vereins Far from Fear, stemmte mit ihrem spanischen Tierheim vor Ort (Berga, Katalonien) dieses finanziell halsbrecherische Projekt am Rande der finanziellen Möglichkeiten, da ALLE 8 Hunde in einem sehr schlechten gesundheitlichen Zustand waren. Wir beschlossen zu helfen. Zwischenzeitlich war Pflegehund Marie vermittelt, so dass wir wieder einen Pflegi aufnehmen konnten. Ich setzte mich mit Ulrike in Verbindung und sagte für einen Hund zu, die Patenschaft zu übernehmen. Das hieß, dass ich für alle entstandenen und noch entstehenden Kosten des Hundes aufkommen würde. Ulrike fand das so gut, dass sie noch am gleichen Tag über Facebook zur Patenschaft für diese Galgos aufrief. Es gelang! Damit war schonmal die Finanzierung gesichert. Doch die nächste Hiobsbotschaft ließ nicht lang auf sich warten. Carme, Tierheimleiterin Berga, kontaktierte Ulrike, da extreme Fälle dabei waren, die mit der Tierheimsituation überhaupt nicht zurecht kamen. Sie hatte tatsächlich Angst um Leib und Leben der Hunde, die zu dem mit Wunden übersät waren. Wieder telefonierten Ulrike und ich. Ich sagte meine Patenschaft für den Hund zu, den es am schlimmsten erwischt hatte und der am wenigsten mit der ganzen Situation zurecht kam. Diesen würde ich nehmen, egal wie er aussieht, egal welche physischen wie  psychischen Verletzungen. Ich bekam Chester. Ein weißer abgemagerter Rüde mit unzähligen Verletzungen am Körper; an der Rute so schlimm, dass sie wegen aufsteigender Entzündung amputiert werden musste - Gott sei Dank nicht vollständig. Den weiteren schweren Fall übernahmen Tierschützer aus Köln. Ich versprach, dass die beiden keinen Tag länger als nötig im Tierheim verbleiben mussten. 6 Wochen nach der Tollwutimpfung durften sie nach Deutschland einreisen. Auf den Tag buchte ich einen Flug nach Barcelona. Carme würde mir die beiden Hunde zum Flughafen Barcelona bringen. So nahm ich Chester und Carlo auf den Tag 6 Wochen nach der Tollwutimpfung durch Carme in Empfang und brachte Sie nach Deutschland. Carlo zog nach Köln, Chester bei uns ein.

Zum Zeitpunkt des Erstellen dieses Textes, ist Chester 10 Jahre alt. Seine psychischen Narben sind bis heute nicht verheilt. Er hat großes Vertrauen zu uns. Doch in seiner Hundeseele ist er gebrochen, unsicher, ängstlich, verloren. Wir geben ihm die größtmögliche Stabilität, die ein solcher Hund braucht. Auf der Platzanlage ist dieser Hund glücklich. Im Sprint sieht man ihn förmlich lachen. Heute kann er sein Leben genießen.

Chester wurde bei mir nie gestraft oder reglementiert. Erzogen wurde er von der Hundegruppe. Sämtliche Befehle hat er durch Abgucken erlernt. Nie wieder hat und wird er Strafe als Gewalt erfahren. 3 Jahre waren Strafe genug. Nicht aus Mitleid, wohlgemerkt! Chester ist ein Hund, der einzig durch positive Verstärkung lernt, durch Ruhe und Souveränität eigene Sicherheit erlangt und durch diese Erfahrung alte Wunden verblassen lässt.

4 so unterschiedlich wie sie nur sein können

von links: Chester, Pebbles, Tasha und Fin
von links: Chester, Pebbles, Tasha und Fin